Die Falle namens CFD: Glauben Sie, dass Sie einen ETF kaufen?
Beliebte Apps wie eToro, Plus500 oder Trading212 (im CFD-Modus) locken Nutzer mit einer einfachen Oberfläche und Bezeichnungen wie 'Apple-Aktie' oder 'S&P 500 ETF'. Aber Vorsicht – auf diesen Plattformen kaufen Sie sehr oft keine echte Aktie und keinen echten ETF. Sie kaufen einen CFD – Contract for Difference (Differenzkontrakt).
Ein CFD ist ein derivatives Instrument, das den Preis eines Basiswerts abbildet, aber Sie werden niemals dessen tatsächlicher Eigentümer. Das hat grundlegende rechtliche und steuerliche Folgen.
Woran erkennen Sie einen CFD auf einer Plattform?
In den Vertragsbedingungen der Plattform wird ein CFD-Anbieter oder Spread Betting genannt.
Sie können mit Hebelwirkung handeln (z. B. 1:5, 1:10) – bei ETFs/Aktien ist das nicht der Standard.
Sie erhalten keine Bestätigung über das Halten des Wertpapiers (z. B. von der CDCP oder einem ausländischen Verwahrer).
Die Plattform zahlt Ihnen keine echten Dividenden aus – nur deren Äquivalent als Cash Adjustment.
ETF-Besteuerung: Warum sie für langfristige Anleger ein Steuerparadies sind
Die slowakische Gesetzgebung (Gesetz Nr. 595/2003 Slg. über die Einkommensteuer) enthält eine der günstigsten Bestimmungen für langfristige Anleger in Mitteleuropa – den Zeittest.
Der einjährige Zeittest – Steuerbefreiung
Wenn Sie ein Wertpapier (eine Aktie oder einen ETF) mehr als 1 Jahr nach dem Kauf verkaufen, ist der Verkaufserlös von der Einkommensteuer natürlicher Personen befreit. Dies gilt auch für einen etwaigen Kursgewinn. Für die meisten langfristigen Anleger bedeutet das:
Null Steuer auf den Kapitalgewinn nach 12 Monaten Haltedauer.
Das Einkommen wird in der Steuererklärung nicht angegeben (sofern es sich ausschließlich um befreite Einkünfte handelt).
Indexnachbildende ETFs (z. B. MSCI World, S&P 500) sind bei Erfüllung der Bedingung vollständig befreit.
Was, wenn ich den ETF innerhalb von 1 Jahr verkaufe?
Wenn Sie einen ETF früher als nach einem Jahr verkaufen, wird der Gewinn als sonstiges Einkommen gemäß § 8 des Einkommensteuergesetzes besteuert, also mit einem Satz von 19 % (bei Einkommen bis zum 176-Fachen des Existenzminimums) oder 25 % (über dieser Grenze). Gleichzeitig zahlen Sie Krankenversicherungsbeiträge in Höhe von 15 % der Bemessungsgrundlage – das ist oft eine Überraschung.
Dividenden aus ETFs
Ausschüttende ETFs, die Dividenden zahlen, unterliegen unabhängig von der Haltedauer der Besteuerung. Dividenden aus Quellen in der EU/EWR werden mit 7 % besteuert, aus Quellen außerhalb der EU mit 35 % Quellensteuer (oder gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen). Deshalb bevorzugen die meisten slowakischen Anleger thesaurierende ETFs, bei denen die Dividenden automatisch reinvestiert werden und die Steuerpflicht erst beim Verkauf entsteht.
CFD-Besteuerung: Kein Zeittest, keine Erleichterungen
Praktisches Beispiel: Gleiche Rendite, andere Steuer
Stellen Sie sich zwei Anleger vor – Peter und Pavol. Beide haben vor 18 Monaten 10.000 € investiert und verkaufen heute mit einem Gewinn von 2.000 €.
Peter kaufte echte ETFs über einen Broker (z. B. Interactive Brokers, Saxo Bank). Der Gewinn nach einem Jahr ist befreit. Steuer: 0 €. Krankenversicherungsbeiträge: 0 €.
Pavol handelte CFDs auf einer Plattform, die er für ETFs hielt. Den Gewinn von 2.000 € versteuert er mit einem Satz von 19 % = 380 € Steuer + 15 % Krankenversicherungsbeiträge = 300 €. Gesamtabgabe: 680 €.
Differenz: 680 €. Bei demselben Gewinn. Nur wegen der falschen Wahl des Instruments.
Wie man einen ETF richtig von einem CFD unterscheidet – eine Checkliste vor dem Investieren
Prüfen Sie die Vertragsbedingungen: Ist die Plattform als Wertpapierhändler oder als CFD-Anbieter reguliert?
Überprüfen Sie den Verwahrer: Echte ETFs werden bei einem zugelassenen Verwalter geführt (z. B. Euroclear, CDCP). Fragen Sie, wo Ihr Wertpapier verwahrt wird.
Hebel = Warnsignal: Wenn eine Plattform einen Hebel über 1:1 auf Aktien/ETFs anbietet, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen CFD.
Schauen Sie auf die ISIN: Jeder echte ETF hat eine zugewiesene ISIN (z. B. IE00B4L5Y983 für iShares MSCI World). CFDs haben keine.
EU-Regulierung: Regulierte ETFs unterliegen der UCITS-Richtlinie. Suchen Sie im Prospekt nach der Bezeichnung UCITS ETF.
Sonderfälle: Kryptowährungen, Rohstoffe und ausländische Konten
Die Investmentwelt ist vielfältig und nicht alles passt in die Kategorie ETF oder CFD. Einige wichtige Ausnahmen:
Kryptowährungen: Bitcoins und Altcoins sind eine andere Sache – sie unterliegen nicht dem Zeittest und werden immer besteuert. Vorsicht: Krypto-ETFs (z. B. Bitcoin ETP) können ein anderes Regime haben – das hängt von der Produktstruktur ab.
Ausländische Konten: Wenn Sie einen Broker im Ausland haben (z. B. Interactive Brokers UK oder DE), müssen Sie die Einkünfte dennoch in der Slowakei versteuern – das Ansässigkeitsprinzip. Gleichzeitig kann eine Pflicht zur Meldung des ausländischen Kontos an die Finanzverwaltung entstehen.
Investmentfonds: Inländische Fondsanteile haben ihr eigenes Steuerregime – bei Rückkauf nach 3 Jahren ab dem ersten Kauf können sie von der Steuer befreit sein. Das ist von Fall zu Fall zu prüfen.
Brauchen Sie Hilfe bei der Besteuerung von Investitionen?
Bei Mandat helfen wir natürlichen Personen und Unternehmen, die Besteuerung von Einkünften aus Investitionen korrekt zu lösen – einschließlich ETFs, CFDs, Kryptowährungen und ausländischer Brokerkonten. Wenn Sie eine Steuererklärung bearbeiten oder Ihre Investitionsstruktur optimieren möchten, sprechen wir gerne mit Ihnen.